Eine Königin, schöner als alle anderen, kennt nur einen Wunsch: die Schönste im ganzen Land zu sein. Doch als Schneewittchen, ihre Stieftochter, an ihrem 18. Geburtstag am Hof vorgestellt werden soll, sieht sie ihre Schönheit und Macht bedroht. Schneewittchen muss von der Bildfläche verschwinden – nicht zuletzt, weil sie zufällig das dunkle Geheimnis der Königin entdeckt hat.
Auf ihrer Flucht begegnet Schneewittchen bekanntlich den Zwergen. Verzweifelt wartet die Prinzessin, die anfangs nur auf Oberflächlichkeit bedacht war, auf Rettung. Doch mit Hilfe der Zwerge lernt sie schließlich, dass es auf innere Werte, Mut und Herz ankommt – nicht auf äußeren Glanz.
Erleben Sie eines der berühmtesten Märchen der Brüder Grimm in einer fantasievollen und modernen Interpretation von Jan Radermacher und Timo Riegelsberger. Das Stück thematisiert auf humorvolle und nachdenkliche Weise die Gefahren von Oberflächlichkeit und gesellschaftlichen Schönheitsstandards und zeigt, dass wahre Schönheit immer von innen kommt.
SPIELDAUER:
2 Stunden (inklusive 20 Minuten Pause)
| Schneewittchen von Veldorian | Rosa Alice Abruscato |
| Königin Sirenna von Veldorian | Johanna Haas |
| Anneris | Barbara Bach |
| Lord Ares | Benedikt Selzner |
| Prinz Florin von Thandor / Dalwin | Marius Schneider |
| Ranghilda, u. a. | Barbara Seeliger |
| Grimbold, u. a. | Jan Henning Kraus |
| Rurik, u. a. | Valentin Mirow |
| Sigurd, u. a. | Hanna Kogler |
| Nurik, u. a. | Jiri Dehmel |
| Buch & Komposition | Jan Radermacher & Timo Riegelsberger |
| Regie | Jan Radermacher |
| Musikalische Leitung | Malte Bechtold |
| Choreographie | David Hartland |
| Dramaturgie | Prof. Dr. Jeroen Coppens |
| Bühnenbild | Tilmann von Blomberg |
| Leitung Kostümbild | Anke Küper & Kerstin Laackmann |
| Leitung Maskenbild | Wiebke Quenzel |
| Regieassistenz / Inspizienz | Claudia Brunnert |
| Kostümbildassistenz | Anna Frauendorf |
| Bühnenbildassistenz | Josephine Kraemer |
| Technische Leitung | Jan Langebartels |
| Bühnenbau | Birk Nicolai Kessel, Marc Gehindy, Sebastian Häbel, Tobias Möschl, Justin Lange, Stefanie Zubrod, Martha Unterhofer, Vincent Layh, Pete Goesch, Matthias Karl, Thomas Kemmerer, Lothar Lukas, Sebastian Speth, Konstantin Firnbach. |
| Requisite | Barbara Müller / Justin Lange |
| Kostümwerkstatt | Kenza Allouch, Lena Hausmann, Zabotka S. Palm, Peter Plaschek, Wirasinee Rady, Elvira Schäfer, Rachel Semenov, Olivia Zimmerman |
| Dresser | Michaela Truka, Sabine Döring |
| Maskenwerkstatt | Sonja Hernandez Cruz |
| Leitung Ton | Sebastian Heil |
| Ton | Mira Lauren Schulte Strathaus, Lars Nieminen, Sebastian Heil, Kevin Müller |
| Leitung Licht | Jan Langebartels |
| Licht | Oliver Ehmes |
| Festspielbüro | Jeroen Coppens, Neslihan De Pascalis, Petra Gismann, Melanie Lange, Zoe Lange, Luca Schmidt |

"Perfekter kann ein Theaterabend nicht sein. Wunderbar! Und so lustig!"
"Rasant und fantasievoll in Szene gesetzt, gespielt von einem herausragenden Ensemble."
Regisseur Jan Radermacher, der gemeinsam mit Timo Riegelsberger für Buch und Komposition verantwortlich zeichnet, ist eine rasante und fantasievolle Inszenierung gelungen. Eine, die die Schlüsselszenen des Märchens beinhaltet, aber dennoch frisch, modern und mit einem besonderen Schluss aufwartet.
Gerade einmal zehn Darstellerinnen und Darsteller schaffen es, für Rasanz und Abwechslung zu sorgen. Das Bühnenbild mit vielen beweglichen Elementen und einem versteckten Raum unterstützt sie dabei. Herauszuheben sind neben Abruscato und Haas auch Barbara Bach als beeindruckende Frau im Spiegel, bei der Wiebke Quenzel einmal mehr ihre herausragenden Fähigkeiten als Maskenbildnerin bewiesen hat. Auch das Spiel und der Gesang von Valentin Mirow als Zwerg Rurik sind auf den Punkt. Mirow, vielen noch aus 2025 als Hund Lumpi („Bremer Stadtmusikanten“) und „Tschick“ Andrej in Erinnerung, gibt diesen Zwerg, der sein Herz an Schneewittchen verliert, auf ganz wunderbare Weise.
Musik, Choreografie, Bühnenbild, Requisiten, Kostüme – alles passt hier perfekt. Die Kostümbildnerinnen Anke Küper und Kerstin Laackmann arbeiten gekonnt mit den Farben Rot, Schwarz und Weiß. Und die Kostüme der Zwerge: eine Augenweide.
HANAUER ANZEIGER, 18. Mai 2026

Jan Radermacher entwickelt ein rasantes Wechselspiel von Gut und Böse sowie von innerer und äußerer Schönheit. Magische Stimmung, Zauberkräfte und eine Prise Humor ergeben ein Stimmungsbild, das auch Erwachsenen zwei spannende, unterhaltsame Stunden garantiert.
Auch dieses Mal ist es ihm geschickt wie einfallsreich gelungen, den Blick auf das Original der Brüder Grimm vom ersten Moment an zu bewahren, um gleichzeitig den Inhalt hin und her zu wenden, neue Blickwinkel zu schaffen und überraschende Elemente einzubauen. So entstehen bei ihm immer wieder eigene Erzählungen mit philosophischen Anklängen.
„Schneewittchen“ wird als Familientheater mit Musik überschrieben, die Kompositionen von Timo Riegelsberger sowie die Choreographien von David Hartland, hervorragend ausgeführt vom gesamten Team, würden allerdings auch der Kategorie Musical gerecht werden.
In der Rolle des Schneewittchens glänzt Rosa Alice Abruscato im doppelten Sinne. Ihr blutrotes Kleid, die langen schwarzen Haare und der rot geschminkte Mund in bleichem Gesicht strahlen förmlich auf der Bühne. Noch glänzender ist ihr Spiel: Wie schon in Radermachers Märcheninszenierungen von „Hänsel und Gretel“ oder „Der Sterntaler“ dominiert Abruscato wie ein Wirbelwind die Bühne. Dazu kann sie auch noch singen.
FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG, 18. Mai 2026